3 s-booky Halloween-Kostümideen

Hallo, Halloween! (Erm, ja.) Seid ihr genauso excited wie wir? Na hoffentlich!
Ihr sitzt gemütlich bei einem guten Buch Zuhause, da werdet ihr spontan auf die Party eines Freundes/einer Freundin eingeladen. Yay!
Nur: Natürlich müsst ihr euch dafür anziehen. Und nicht nur das: Es soll sogar für andere als Kostüm erkennbar sein (also keine low-maintenance Verkleidung á la: Ich wasche meine Haare 5 Tage nicht, und komme ungeschminkt aka „als Zombie“).
Es gibt Menschen, die sich tage- und wochenlang auf sowas vorbereiten, ein Kostüm kaufen und sich mit Theaterschminke eindecken.
Braucht ihr nicht? Richtig! Wir haben 3 last-minute Ideen, als was ihr gehen könnt, wenn ihr nicht viel Zeit und Geld habt, und unter euren (neuen) Freunden trotzdem als kreativer Literat gelten wollt.
Naja. Oder wenn ihr sagen können wollt: „At least I tried.“

(Note: Natürlich haben so gut wie alle Filme eine Buch- und/oder Comicvorlage, und man könnte argumentieren, dass jeder, der sich dieses Jahr als Harley Quinn verkleidet, streng genommen eine Comicbuchfigur verkörpert. Ja. Nein. Das zählt nicht.)

  • Classy: „Das Bildnis des Dorian Gray“ (von Oscar Wilde)

doriangreyMit dieser Wahl sagt ihr: Ich mag es klassisch, bin aber nicht abgehoben. Nun müsst ihr euch nur noch entscheiden: Wollt ihr Dorian nach oder vor seinem Ende darstellen? Ersteres gelingt euch, indem ihr euch mit einem grauen oder weißen Kajal böse Denkfalten aufmalt/aufmalen lasst, und ein Foto von euch selbst mit euch herumtragt (Aber das muss man euch ja nicht zweimal sagen…), für zweiteres müsst ihr euch einfach überlegen, wie ihr wohl aussehen würdet, wenn ihr alt und verbraucht seid, und euch dann so selbst malen/ein Foto von euch dementsprechend verschandeln.
Der Gag: Das Bild zeigt ihr auf der Party dann niemandem, und wenn euch jemand danach fragt? (Achtung, Spoiler!) Ihr müsstet ihn töten, wenn er davon wüsste… (Armer Basil.)

 

 

  • Geeky: „Knives Chau“ (aus: Scott Pilgrim)

Jeder kann Ramona Flowers sein, wenn er möchte (fragt Kim). Das coole an Knives ist jedoch, dass sogar die, die sie nicht kennen, glauben, ihr hättet euch als eure selbst entworfene Ninja-Superheldin verkleidet. Und, alles, was ihr braucht, habt ihr bereits: Möglichst eng anliegende schwarze Kleidung und eine Mine, als ob ihr Scott um jeden Preis verteidigen würdet. After all: You almost held hands once, but then you got embarassed…

knives
Zusätzliche Tipps:
Wer sein gutes Buch bereits ausgelesen hat, und daher ein bisschen mehr Vorbereitungszeit: Hier findet ihr eine Anleitung, wie man sich Knives‘ Battle-Schal selbst stricken kann!
Falls eure Verkleidung (nearly) LIVE LONG COMMITMENT schreien soll, könnt ihr euch die Haare kurz schneiden, und sie halb schwarz/ halb blau färben. Fänden wir wahnsinnig cool (und wollen dann Fotos!).

  • Creepy: Narrator aus Invisible Monsters (von Chuck Palahniuk)

Ah, hier kommt die Schminktasche docinvisble-monstersh noch zum Einsatz, und am besten auch viel roter Lippenstift (Nein – „Blut“!). In „Invisible Monsters“ (der deutsche Titel, sehr bildlich: „Fratze“) geht es um ein Model, dem das Unterkiefer weggeschossen wurde – ihr könnt eurer Fantasie freien Lauf lassen, wie das wohl aussehen mag. Für die schwachen Gemüter unter uns haben wir beschlossen, davon kein explizites Bild zu posten.

Mit dieser Wahl sagt ihr: Ich will eine gruselige Verkleidung, die nicht jeder hat (Buh, noch ein Vampir! Suck it, Twilight).

 

Happy Halloween!

euer wortgewald

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BOO-ktober: Gruselgeschichten selber machen

Bis jetzt haben wir diesen BOO-ktober schon viel zum Thema Horrorgeschichten anderer Leute gehört. Jetzt geht’s ans Selberschreiben! Hier ein paar Tipps von uns wie man einen schnarchnormalen Text in eine Gänsehautgeschichte verhext.

Wichtig beim Schreiben einer Horrorstory, ist vor allem, zu wissen, wie man etwas unrealistisches realistisch darstellt. Zum Beispiel: Wie bekomme ich mein Publikum dazu, wirklichwirklich Angst vor diesem Seeungeheuer zu haben dessen Existenz irgendwie sehr fragwürdig ist? Ein guter Trick sind Details. Beschreibe in aller Ausführlichkeit die Anatomie des hypothetischen Seeungeheuers, seine Herkunft, wie es sich bewegt, und so weiter. Du musst den Lesern das Monster so genau und realistisch beschreiben, dass sie fast selbst überzeugt sind, dass das Viech sie beim nächsten Mal baden gehen in den Zeh zwicken könnte.

Gruselig sind für uns Menschen auch immer Dinge, die nicht ganz richtig, ungewöhnlich bis exzentrisch sind. Zum Beispiel: Schafe sind niedlich. Meistens sieht man sie auf der Weide. Taucht jetzt aber auf einmal mitten in der Nacht ein Schaf vor deinem Schlafzimmerfenster auf, ist das schon irgendwie komisch. Gruseliger wird es, wenn das Schaf zwanzig Meter groß ist, rote Augen hat und Fledermäuse um seinen Kopf kreisen. You get the idea. Mach aus ganz alltäglichen Dingen (z.B. eine Tasse Tee) etwas ungewöhnliches, über dass sich der Leser wundert (z.B. eine Tasse Tee die nie leer wird) oder sogar anfängt, sich Sorgen zu machen (z.B. eine Tasse Tee zu dem ein Kännchen Blut gereicht wird).

Während sich Deine Geschichte so langsam entfaltet und Deine Charakter langsam merken, dass was nicht stimmt, sieh zu, dass Du nicht zu viel vorweg nimmst. Es ist meisten viel gruseliger, nicht zu wissen, was das gefährliche Monster genau ist. Zum Beispiel baut es viel mehr Spannung auf, nicht zu wissen, was da gerade seine knochigen, kalten Finger auf Deine Schulter gelegt hat, als wenn Du einfach schreibst: Das Skelett legte seine Hand auf ihre Schulter. Reg die Fantasie Deiner Leserinnen an!

Für manche Schreiberlinge ist ja schon ein leeres Blatt Horror genug
Für manche Schreiberlinge ist ja schon ein leeres Blatt Horror genug

Woran liegt es wohl, dass wir so mifiebern, wenn der Hauptcharakter im Film vom Mörder verfolgt wird? Oder warum sind wir viel trauriger, wenn ein Charakter in der Geschichte stirbt, den wir mochten? Der Trick darin, das Publikum zum Mitfühlen und damit sich zum für-die-Geschichte-interessieren zu bringen, ist, gute Charaktere zu schreiben. Erst, wenn wir uns irgendwie mit einer Person identifizieren können und ihr Innenleben verstehen, können wir auch in der Story so richtig mitfühlen. Aber was macht einen guten Charakter? Er hat Tiefe, also Wünsche, Meinungen, Ziele (meistens ist das Ziel des Hauptcharakters das, was er in der Geschichte erreichen will). Er hat eine Vorgeschichte, Beziehungen zu anderen und Gefühle ihnen gegenüber. Er hat Macken, Fähigkeiten und natürlich ein Gesicht. Bonus: Wenn Du erst einmal einen guten Charakter hast, mit Zielen und Wünschen, schreibt sich der Rest der Geschichte viel einfacher. Mach einfach eine Figur und lass sie dann selbst ihre Geschichte spielen.

Hoffentlich geben Euch diese Tipps ein paar Anreize zum Selberschreiben. Wenn Ihr noch mehr Tipps habt oder selbst was geschrieben habt, schreibt doch einfach einen Kommentar! Wir freuen uns, von euch zu hören 🙂

Booktober: Mary Shelley

Die schönste Zeit des Jahres für Bucherliebhaber ist angebrochen: Der Herbst! Das Wetter ist endlich kuschelig genug, um drinnen zu bleiben und zu lesen, ohne wegen dem Badewetter ein schlechtes Gewissen zu haben. Es ist die Zeit, in der wir uns in kuschelige Pullis und den Kamin an-werfen können! Deshalb gibt es ab jetzt jede Woche einen neuen Post rund ums Thema Boo-ktober! Diese Woche: Mary Shelley, die Erfinderin des Sci-Fi.

Eine der Auflagen von Frankenstein.
Eine der Auflagen von Frankenstein

Wem der Name erstmal nichts sagt, der sei unbesorgt, denn ihr berühmtestes Buch kennt jeder: Frankenstein! oder auch: „Der moderne Prometheus“. Nämlich wie Prometheus in der griechischen Mythologie maßt sich nämlich Dr. Frankenstein an, dem großen Schöpfer eins auswischen zu können und bastelt sich seinen eigenen Menschen. Für damalige Verhältnisse, also 1818, galt die Idee zwar als ketzerisch, das Buch war aber trotzdem ein Bestseller (für Mittelalter-Verhältnisse). Unter anderem aus Angst um ihr eigenes Wohl entschied sich Shelley, das Buch vorerst anonym zu veröffentlichen.

Wie viele kreative Genies verlief Shelley’s Leben nicht gerade bilderbuchhaft. Ihre Eltern waren Philosophen, der Vater Atheist, die Mutter Feministin. Ihre Mutter, Mary Wollstonecraft, ist am besten bekannt für ihre „Vindication of the Rights of Woman“, in der sie behauptet, Frauen wirken nur deswegen Männern unterlegen, weil sie selten bis nie so gut gebildet sind. Sie starb kurz nach Mary Shelley’s Geburt. Mit 16 brannte Mary mit ihrem späteren Ehemann, Percy Shelley, durch und entkam damit der fehlenden Aufmerksamkeit ihrer Stiefmutter.

“Invention, it must be humbly admitted, does not consist in creating out of void but out of chaos.” – Mary Shelley

Mary Shelley gilt zwar offiziell als eine der prägendsten Kräfte des frühen Sci-Fi Genres, keinen Streit darum gibt es aber auch nicht. Von manchen wird Johannes Kepler’s Somnium, erschienen 1608, als erste Sci-Fi Novelle erachtet. Sie handelt von einem Traum, den Kepler hat, in dem ihm ein Dämon erscheint, der über Reisen zum Mond berichtet. Das ganze klingt zwar sehr nach Sci-Fi, enthält aber nicht wie Shelley’s Frankenstein eine wirkliche Darstellung des beabsichtigten Erschaffens von etwas nicht-weltlichem durch Menschenhand, nämlich keinen Raumschiff oder, von mir aus, einem Gravitations-Strahl, der die Menschen zum Mond befördert. Sie werden einfach vom Dämon raufgeschoben. Abgesehen davon wird Mary Shelley deswegen als Erfinderin des populären Sci-Fi Genres gesehen, weil sie ihr Buch auf Englisch verfasste, und nicht auf Latein, wie Kepler. Damit machte sie das Buch viel mehr Menschen zugänglich. Außerdem hat bestimmt jeder im westlichen Kulturkreis von Frankenstein zumindest einmal gehört. Somnium? Nicht wirklich.

Sci-Fi ist zwar nicht wirklich Horror, in den Boo-ktober passt Frankenstein aber trotzdem ganz gut, finden wir. Mary Shelley war nicht nur BFFs mit Lord Byron, einem der Greaten Britischen Dichter (die allesamt einen Emo-Charakter hatten, man denke an Edgar Allan Poe), sondern schrieb schon mit 21 Jahren einen Bestseller, der das gesamte Heileweltbild vom christlichen Großbritannien in Frage stellte. Und wurde dafür nicht am Scheiterhaufen verbrannt. Ein feministischer Erfolg, der bis ins Heute nachhallt.

 

Foto: Chris Drumm