Schlimme Wörter – Ein Assoziationsspiel

Denken wir für ein paar Minuten über Sprache nach. Denken wir darüber nach, was wir uns bei Sprache denken.

Denken wir an Namen oder Gesichter, die wir mit Professoren oder Ärzten assoziieren. Welches Geschlecht haben sie? Umgekehrt: An welches Geschlecht denken wir bei der Berufsgruppe „Putzkraft“ oder „Assistenz„?

Denken wir an unsere Meinung zu dem Begriff „girly„. Finden wir den Begriff schmeichelhaft?

Denken wir an den Begriff „Frauenfilm„. Hat das Wort einen besseren oder schlechteren Beigeschmack als „Actionfilm„?

Was empfinden wir bei dem Wort „Fräulein„? Es ist ein bisschen veraltet, aber eigentlich ganz okay, oder?  Wie steht es mit dem Wort „Männlein„?  Nicht mehr so okay, oder?

Und jetzt das schlimmste aller Wörter. Die Mutter aller schlimmen Assoziationen, so schlimm sogar, dass man(n) gerne ein neues Wort aus der ersten Silbe dieses Wortes und den Silben „na“ und „zi“ bastelt.

Welche Emotionen kommen bei dem Wort „Feministin“ auf?

Vielleicht schlichte Ablehnung? Ein leichtes Unwohlsein in der Egogegend? Eine missmutige Unmotiviertheit à la dem Wienerischen Prinzip des „Hätt‘ ma, könnt‘ ma, moch‘ ma oba ned“?

Vielleicht kommt auch das Bild eines Mannes zum Vorschein, der den Nachnamen seiner Frau angenommen hat und weniger verdient als sie. Vielleicht stellt sich das Bild einer halbnackten Frau mit Achselhaaren scharf, die an einen Baum pinkelt. Was für eine Horrorvorstellung.

Diese dummen Reden, wie ich sie heute von so 25, 30-jährigen Frauen hör, die dann immer so stolz von sich sagen: „Ich bin keine Feministin“, als wär das was „Pfui“. – Christine Nöstlinger

 

Feministinnen werden gleichgesetzt mit Quenglern, Nervensägen und Leuten, die eh nix besseres zu tun haben. Eine Sprache, in der das Wort für die Gleichberechtigung aller Geschlechter ein Schimpfwort ist, oder etwas, zu dem man sich nicht gerne öffentlich bekennt, hat eine Anpassung und eine andere Definition von Gleichberechtigung nötig.

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But how do I…? – Sprachen Lernen

Im letzten Post zu diesem Thema habe ich ein paar Gründe genannt, warum es immerimmerimmer Sinn macht, eine neue Sprache zu lernen.

Jetzt ist es an der Zeit, zu erfahren, wie man das denn angehen soll, so eine neue Sprache zu lernen. Das hier sind meine Tipps, die mir geholfen haben, Sprachen zu lernen. Nicht alles bei jedem funktionieren. Eine Sprache zu lernen dauert seine Zeit, und man muss dafür auch wirklich Arbeit hineinstecken. Aber es geht, und wenn es Dir Spaß macht, geht es auch ganz leicht.

Hier meine Tipps, beziehungsweise mein plan d’action:

  1. Entscheide Dich für eine Sprache. Willst Du lieber eine lernen, in der Du dich mit vielen Menschen unterhalten kannst (Spanisch, Französisch, Mandarin)? Oder doch lieber eine, die nahe an deiner eigenen Muttersprache dran ist (germanische, romanische Sprachen, et cetera)? Oder willst Du eine Sprache sprechen, einfach, weil sie schön klingt (Koreanisch, Italienisch, Japanisch)?
  2. Finde einen Online-Kurs, der Dir die Basics beibringt. Das kann auf Babbel sein (kostet was) oder auch auf Duolingo (kostet nix). Neben diesen gibt es noch viiiiiele andere, die dir mehr oder weniger spielerisch die Grundbausteine deiner Wunschsprache beibringen. Das funktioniert meisten recht einfach und mit viel Praxis, Du musst also nicht tabellenweise Vokabeln oder Grammatikregeln auswendig lernen. Übe mit dem Online-Kurs, am besten über die App,wenn es denn eine gibt, denn die hast Du vermutlich immer dabei. Setze Dir dabei realistische Ziele, zum Beispiel: „Ich will mit Duolingo jeden Tag 20 Experience-Points erlernen, also in etwa 10 Minuten investieren.“ Sonst ignorierst Du irgendwann die Push-Notifications, die Dir sagen, dass es Zeit zum Üben wird, weil es Dir zu viel Aufwand bedeutet.unbenannt
  3. Nachdem 10 Minuten am Tag mit einer App leider nicht reichen, um eine Sprache in absehbarer Zeit fließend zu beherrschen, wirst Du mehr Lernmaterial brauchen. Nachdem dieses am Besten gratis ist, durchforste das Interwebs nach Vokabellisten, Grammatik-Spreadsheets und Youtube- Kanälen, die Dir genau das beibringen, wonach Du suchst. Dabei können Dir sogenannte „Masterposts“ der Micro-Blogging Website tumblr helfen. Man google einfach „masterpost french learning“ oder auch „tumblr masterpost chinese“ und klicke sich durch die zahlreichen Links in den Posts.  Hier und hier sind ein paar gute Beispiele mit einer Menge Info.20160919_155712
  4. Hast Du irgendwann mal ein gewisses Level in Deiner Wunschsprache erreicht, das über die Basisbegriffe hinaus geht, wird es Zeit, dieses zu vertiefen. Mache Dich mit der fließend gesprochenen Sprache vertraut, zum Beispiel mithilfe von fremdsprachigen Podcasts (meine Lieblings-App für kostenlose Podcasts ist übrigens PlayerFM), Youtube-Videos, Bücher oder old-school durch Gespräche mit Native Speakers, also Muttersprachlern. Wichtig dabei ist, dass Du Podcasts hörst, Videos siehst, Bücher liest, oder mit Native Speakern über Dinge sprichst, die Dich auch wirklich interessieren. Sonst verlierst Du sehr bald das Interesse und Deine erarbeiteten Sprachkenntnisse verstauben.
  5. Zum Schluss der absolut wichtigste Punkt, wenn es darum geht, eine Sprache zu Lernen: TRAU DICH! Trau Dich, zu sprechen. Trau Dich, Dir Zeit zu nehmen, um zu üben. Trau Dich, zu sagen: Ja, ich spreche diese Sprache, lass sie uns sprechen! Trau Dich, ein teures Grammatik-Buch zu kaufen, wenn es das ist, was Du brauchst. Trau Dich, ein Polyglot zu sein!

Parlez-vous…? – Die besten Gründe, Sprachen zu lernen

  1. Um anzugeben 

Was ist schöner, als im Urlaub die Speisekarte im Restaurant fehlerfrei vorlesen und dann auch noch bestellen zu können? Die ungläubigen Gesichter deiner Freunde, während du es tust. Es sind kleine Triümphe wie diese, die sich zwar wie Klugscheißen anfühlen, aber nicht unbedingt als solche gesehen werden. Hoffentlich. Noch besser fühlt es sich übrigens an, wenn einsprachige Menschen (sprich Amerikaner) am Tisch sitzen, die dann versuchen, „Crabs“ (Crêpes) oder eine „Kwessadilla“ (Quesadilla) zu bestellen.

  1. Es macht Spaß

Es ist für dich vielleicht zu spät, um wieder auf die Uni zu gehen, oder dir fehlt die Zeit, Kurse zu besuchen, aber dazu, eine Sprache zu lernen, ist es nie zu spät. Das Eigenstudium geht mit den richtigen Ressourcen ganz leicht und du kannst es in deinem eigenen Tempo durchziehen. Man fühlt sich wie auf einer Art Reise, deren Ziel es ist, ein paar Sätze zu sprechen, und dabei etwas zu tun, was für andere das einfachste auf der Welt ist. Jeder weitere Schritt ist interessant, jedes weitere Wort ein kleines Rätsel, dass du in deiner (Wort-)Schatzkiste sammeln kannst.

  1. Tolle Dinge finden, die es nur in anderen Sprachen gibt

Dazu zählen vielleicht: eine japanische Anime-Serie, die nicht übersetzt wurde, die Texte von unbekannten fremdsprachigen Künstlern, ein fantastisches Gericht auf der Speisekarte, dass du dich nie getraut hast, zu bestellen, weil du nicht weißt, was es ist, oder auch ein Mensch, dem du jetzt nicht mehr fremd sein musst.

  1. Sprachen verbinden

Ob du den Busfahrer in seiner Muttersprache grüßt, die Sprache deiner Großmutter lernst und ihre alten Tagebücher lesen kannst, im Urlaub deine Nachbarn grüßt oder dem Kellner Komplimente an die Küche ausrichten kannst: Sprache verbindet, und niemand wird sich nicht freuen, dass du sie sprichst.

  1. Es ist anstrengend, aber unheimlich belohnend

Ja, es ist Arbeit. So wie es das immer ist, wenn man etwas neues lernen will. Aber wie Autofahren, Laufen oder Kochen, kann es wahnsinnig belohnend sein. Noch mehr, wenn du deine Sprache, deine Kultur, an andere weiter gibst. Zum Beispiel indem du einer Familie, die von weit her in dein Land kommt, erklärst, wie sie um eine Kaisersemmel oder um ein Taschentuch bitten können.

  1. Du kannst deine Kinder mehrsprachig erziehen

Vorteile liegen auf der Hand. Vorausgesetzt, du kannst alle Sprachen, die du deinem Nachwuchs einprägen willst, perfekt. Sonst bringts nix.

  1. Mit ein paar Sprachen im Kopf klingst du irgendwann wie ein Übersetzungs-Roboter, der hängen geblieben ist

But thats okay, parce que ce kann allen passieren. Außerdem klingt’s funny.